Studie: Kita- und Schulcatering im Fokus
Eine im Auftrag der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt durchgeführte Studie untersuchte die wirtschaftliche und strukturelle Lage der Kita- und Schulcaterer in Deutschland. Die Branche sieht sich vielfältigen Herausforderungen gegenüber, allem voran ein Mangel an Fachkräften sowie steigende Personal- und Warenkosten.
An der bundesweiten Online-Befragung beteiligten sich 305 Unternehmen aus der Branche, ergänzend wurden Interviews mit Fachleuten aus der Praxis geführt. Die hohe Beteiligung bewerten die Autor*innen als einen analytischen Einblick in den Gesamtmarkt, die Studie ist aber nicht repräsentativ. Die befragten Anbieter versorgen nach eigenen Angaben 33.634 Kitas, Schulen und Horte in Deutschland und produzieren wöchentlich mehr als zehn Millionen Kita- und Schulessen. Das entspricht in etwa einem Drittel aller Kitas und Schulen in Deutschland bzw. ca. einem Drittel des Gesamtvolumens an Mahlzeiten.
Zentrale Herausforderungen aus Sicht der Kita- und Schulcaterer:
- Neun von zehn Teilnehmenden benennen steigende Waren- und Personalkosten als eine der größten Herausforderungen (93 bzw. 91 %). Im Durchschnitt entfallen hierauf zusammen knapp Dreiviertel der Gesamtkosten.
- Personalmangel bleibt für sechs von zehn Caterern ein zentrales Problem. Kleineren Anbietern fehlen oft die Mittel, um etwa Digitalisierung und KI stärker zur Problemlösung zu nutzen.
- Rückläufige Teilnahmequoten in weiterführenden Schulen stellt für mehr als die Hälfte der Teilnehmenden eine relevante Herausforderung dar. Nur etwa 50 % der Schüler*innen nehmen dort nach Einschätzung der Befragten an der Schulverpflegung teil.
- Der durchschnittliche Nettoverkaufspreis eines Mittagessens liegt in der Umfrage bei 4,21 Euro. Drei Viertel der Befragten gab an, dass der Preis das wichtigste Zuschlagskriterium bei öffentlichen Ausschreibungen darstellt.
- Insgesamt bewerten zwei Drittel der Befragten die Ausstattung in Kita- und Schulküchen als unzureichend.
- Drei Viertel der befragten Anbieter vermissen ausreichend politische Unterstützung für ihre Arbeit. Richtlinien, Finanzierung und Qualitätsstandards seien von Bundesland zu Bundesland in Teilen verschieden, so dass der Erhalt einer flächendeckenden Versorgungsinfrastruktur erschwert sei.
Versorgungssicherung und Prävention
Die Arbeit der Cateringunternehmen sei systemrelevant, verbinde Versorgungssicherheit mit Prävention und Gesundheitsförderung, Bildung und sozialer Teilhabe, so die Autor*innen. Eine gesunde und nachhaltige Kita- und Schulverpflegung benötige Subventionen und Unterstützung. Das sei eine Investition in die Zukunft, die sich langfristig auszahle, so ein Fazit.
Quelle
- Denkfabrik Zukunft der Gastwelt: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Kita- und Schulverpflegung im Spannungsfeld von Versorgungsauftrag, Qualität und Kostendruck. Studie zur ökonomischen und gesellschaftlichen Bedeutung der Schul- und Kitacaterer mit Fokus auf aktuelle Marktentwicklungen und Herausforderungen (2026)