News

Sinkende Zahlen in Kindertagesbetreuung und Schulen: Flexible Konzepte notwendig

Die demografische Entwicklung erfordert flexible Betreuungs- und Verpflegungskonzepte in Kitas und Schulen: Nach aktuellen Vorausberechnungen der Kultusministerkonferenz wirkt sich die demografische Wende früher und stärker auf Schulen aus. Und in der Kindertagesbetreuung lösen sinkende Geburtenzahlen strukturelle Herausforderungen nicht, wie der aktuelle Kita-Bericht des Paritätischen Gesamtverbandes zeigt.

In der Vorausberechnung der Kultusministerkonferenz (KMK) des vergangenen Jahres war der Höchststand der Schülerzahlen noch für 2032 erwartet worden. Die aktuelle Modellrechnung weist ihn bereits für 2029 aus. Bis dahin steigt die Schülerzahl zunächst von rund 11,27 Millionen im Jahr 2025 auf rund 11,54 Millionen im Jahr 2029. Dabei fällt die Entwicklung regional sehr unterschiedlich aus. Auch die Schulstufen entwickeln sich zeitversetzt, so die KMK. 

So geht in der Primarstufe die Zahl der Schüler*innen bis 2040 voraussichtlich um etwa 15 % zurück. In der Sekundarstufe I steigt sie zunächst bis 2031 um 8,3 Prozent und sinkt anschließend. Im Jahr 2040 dürfte sie 6,3 Prozent unter dem Niveau von 2025 liegen. In der Sekundarstufe II wird der Höchststand erst 2035 erwartet. 

„Die Entwicklung der Schülerzahlen verläuft je nach Region und Schulart sehr unterschiedlich. Während die Zahlen an manchen Schulen bereits zurückgehen, steigen sie andernorts noch über Jahre. Deshalb müssen wir genau hinschauen, wann und wo Lehrkräfte, Räume und Bildungsangebote gebraucht werden.“
Anna Stolz, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz

Sinkende Kinderzahlen in der Kindertagesbetreuung entlasten zunächst nicht

Auch in der Kindertagesbetreuung weisen sinkende Geburtenzahlen auf einen Umbruch hin. Der aktuelle Kita-Bericht des Paritätischen Gesamtverbandes warnt jedoch, dass sinkende Zahlen strukturelle Probleme nicht lösen. Bundesweit sind nach Analysen des Paritätischen etwa 550.000 Kita-Plätze unbesetzt, trotzdem bleibe Personalmangel vielerorts bestehen. Es fehlten rund 107.000 pädagogische Mitarbeitende. Zwei Drittel der Einrichtungen halten den vorhandenen Personalschlüssel zudem für unzureichend. 

Teilhabe nicht überall gleichberechtigt

Trotz des hohen Platzangebots bleibe ein erheblicher Teil der Kapazitäten ungenutzt. Die Ursachen bewertet der Paritätische als regional sehr unterschiedlich: Während in den ostdeutschen Bundesländern vor allem weniger Kinder zu Leerständen führen, dominiert in vielen westdeutschen Regionen der Fachkräftemangel. Insgesamt zeige sich ein stark differenziertes Bild, das auf ein wachsendes Auseinanderfallen von Angebot und Nachfrage hinweise. Besonders häufig zeige sich das in Großstädten und in sozial benachteiligten Quartieren; das beeinflusse die gleichberechtigte Teilhabechancen von Kinder erheblich. 

„Wo eine Kita schließt, verschwindet eine Infrastruktur, die übermorgen wieder gebraucht werden könnte. Für Familien bedeutet das oft längere Wege und weniger Zeit füreinander.“
Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen

Sich verändernde Bedarfe erfordern flexible Konzepte

Die Entwicklungen verdeutlichen, wie anspruchsvoll es für Bildungs- und Betreuungssysteme ist, sich auf verändernde Anforderungen einzustellen. Das macht flexible Konzepte erforderlich, die sich wechselnden Bedarfen anpassen können.

Quellen

  • Pressemitteilung der Kultusministerkonferenz vom 18.09.2026: Schülerzahlen: Demografischer Wandel erreicht die Schulen früher
  • Pressemeldung Paritätischer Gesamtverband vom 02.09.2026 zum Kita-Bericht 2026

Lesenswertes zur News