Junge Erwachsene kochen gemeinsam in einer Küche.
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Nachhaltigkeit: Ernährungspraktiken junger Menschen in Deutschland

Eine Studie der Hochschule Fulda zeigt, wie Bildungsniveau, Geschlecht und soziale Herkunft das Ernährungsverhalten von 16- bis 29-Jährigen prägen. Die Forschenden haben nachhaltige Ernährungspraktiken insbesondere mit Blick auf den Fleischverzehr untersucht.

Für die Stichprobe wurden etwa 1.600 Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren in Deutschland repräsentativ ausgewählt und online befragt. 

Ausgewählte Ergebnisse

  • 17,4 % der Befragten ernähren sich vegetarisch, 2,4 % vegan, etwa 80 % isst Fleisch. Unter den vegetarisch oder vegan Essenden befinden sich mehr weibliche als männliche junge Menschen (63,1 % bzw. 34,3 %). 
  • Ihre Selbsteinschätzung zu einer umweltbewussten Ernährung unterscheidet sich vor allem nach Bildungsniveau: Mehr als die Hälfte der Befragten mit höherer Bildung ernährt sich eigenen Angaben zufolge bereits umweltbewusst. Bei den Befragten mit mittlerer und niedriger Bildung waren es jeweils 38,2 %. 
  • Je pflanzenbasierter ihre Ernährungsweise, desto häufiger schätzten sich die Befragten als umweltbewusst ein.
  • Über alle Ernährungsweisen hinweg war es mehr als der Hälfte wichtig, die Auswirkungen ihrer Essgewohnheiten auf die Umwelt zu verstehen (57 % der Fleischesser*innen, 72 % der Vegetarier*innen und etwa 82 % der Veganer*innen). Eine ähnlich hohe Zustimmung von mehr als der Hälfte der Befragten gab es über alle Bildungsniveaus hinweg. 
  • Die Mehrheit aller Befragten (rund 53 %) betrachtet Fleischverzicht als einen Nachhaltigkeitsindikator, jede*r Fünfte (21,6 %) nicht.
  • Von allen Fleischesser*innen will knapp die Hälfte (etwa 45 %) „in Zukunft weniger Fleisch essen.“ Je höher das Bildungsniveau, desto eher möchten sie weniger Fleisch essen (52 % hohes vs. 39 % bzw. 40 % mittleres und niedriges Bildungsniveau). 
  • Mehr als die Hälfte (56,4 %) bereitet 2-mal in der Woche oder häufiger Fleisch selbst zu. Über alle Bildungsniveaus hinweg gibt jede dritte Person an, etwa 3- bis 4-mal pro Woche“ oder häufiger Fleisch zuzubereiten. Hierbei nimmt die Häufigkeit der Fleischzubereitung mit steigendem Bildungsniveau ab.

Höheres Bildungsniveau ist stärker für Fleischreduktion sensibilisiert

Die vorliegende Studie zeigt, dass sich junge Menschen im Alter von 16-29 Jahren im Vergleich zur Gesamtbevölkerung mehr als doppelt so häufig vegetarisch ernähren, so die Wissenschaftler*innen. Auch eine vegane Ernährungsweise werde im Vergleich zur Gesamtbevölkerung häufiger praktiziert. 

Gleichzeitig spielt der Fleischverzehr für viele junge Menschen eine wichtige Rolle: Sie weisen im Vergleich zu anderen Altersgruppen der Gesamtbevölkerung den höchsten täglichen Fleisch- und Wurstverzehr auf. Die vorliegende Studie zeige deutlich, dass ein höherer Fleischverzehr mit jüngerem Alter und männlichem Geschlecht assoziiert ist, so ein Fazit. Dagegen gehe ein beabsichtigter Fleischverzicht mit einem hohen Bildungsniveau einher. 

Quelle

  • Ruppenthal T, Rückert-John J: Social differences in the sustainable nutrition of young people in Germany. Ernahrungs Umschau 2026; 73(8): online first.

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