Jugendliche Schülerinnen in einer Mensa, gesundes Frühstück auf ihrem Tablett.
Quelle: AdobeStock © Robert Kneschke
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Schulverpflegung verändert Ernährungsgewohnheiten von Kindern positiv

Kinder, die Schulverpflegungsangebote nutzen, essen mehr Obst und Gemüse, nehmen weniger Zucker auf und weisen insgesamt gesündere Ernährungsgewohnheiten auf. Das zeigt eine kanadische Studie. Besonders schulische Snackangebote erwiesen sich als wirksam. Doch nur jedes achte Kind nahm überhaupt Schulmahlzeiten in Anspruch.

Die Querschnittsstudie untersuchte Ernährungsqualität und Ernährungsgewohnheiten von fast 2.400 Schüler*innen im Alter von 9 bis 14 Jahren an 32 Schulen in sozial benachteiligten Provinzen in Kanada (Alberta und Ontario). Die Kinder füllten ein 24-Stunden-Ernährungsprotokoll aus, in dem sie die während der Schulzeit zu allen Mahlzeiten konsumierten Speisen und Getränke sowie deren Herkunft (Schule, Mitgebrachtes von Zuhause, Imbiss in der Umgebung etc.) protokollierten.

Zentrale Ergebnisse

  • Die häufigsten von den Schulen angebotene Mahlzeiten war der Vormittagssnack (43,0 %), gefolgt vom Nachmittagssnack (28,3 %), Mittagessen (27,6 %) und Frühstück (18,1 %). 
  • Nur etwa 12 % der Kinder und Jugendlichen nahmen mindestens eine von der Schule angebotene Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit zu sich. 
  • Die Ernährung der Kinder und Jugendlichen zeigte sich insgesamt als nicht optimal. Der durchschnittliche DQI-I-Wert (Diet Quality Index–International) aller Schüler*innen lag bei 52,7 von 100 Punkten. Der DQI-I ist ein international verwendeter Index zur Bewertung der Ernährungsqualität. Er fasst verschiedene Aspekte der Ernährung zu einem Gesamtscore von 0 bis 100 Punkten zusammen. Je höher der Wert, desto besser die Ernährungsqualität. Das heißt unter anderem: Die Mehrheit der Schüler*innen erreicht die empfohlenen Verzehrmengen für Gemüse und Obst sowie Milch und Milchprodukte nicht, nimmt zu viel Salz und freie Zucker (mehr als 10 % der empfohlenen täglichen Menge) zu sich. 
  • Schüler*innen mit Teilnahme an der Schulverpflegung hatten im Durchschnitt einen um etwa 1,8 Punkte höheren DQI-I-Wert als Nicht-Teilnehmende. Snack-basierte Schulmahlzeiten zeigten den stärksten Zusammenhang mit besserer Ernährungsqualität, insbesondere Nachmittagsangebote mit einem um 3 Punkte höheren DQI-I. Diese Schüler*innen aßen also im Durchschnitt mehr Obst und Gemüse, Getreide und Getreideprodukte, Milch und Milchalternativen und zeigten einen geringeren Verzehr von Salz und freiem Zucker.

Potenzial von Schulverpflegungsprogrammen besser nutzen

Die Forschenden bewerten die Teilnahme an der Schulverpflegung als einen deutlichen Qualitätsgewinn im Sinne der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Zwar seien die Unterschiede moderat, doch auf Bevölkerungsebene durchaus relevant. 

Auf diesen wichtigen Kontext machen die Wissenschaftler*innen außerdem aufmerksam: Zum Zeitpunkt der Studie verfügte Kanada noch nicht über ein flächendeckendes nationales Schulverpflegungsprogramm. Erst 2024 führte die Bundesregierung das National School Food Program ein, um bestehende regionale Angebote auszubauen und mehr Kindern Zugang zu gesunden Mahlzeiten in der Schule zu ermöglichen. Die in der Studie beobachteten positiven Effekte sind unter den Bedingungen eines fragmentierten Systems entstanden, das punktuell Schulverpflegung fördert. Es spreche daher dafür, dass ein breiterer Ausbau schulischer Verpflegungsangebote die Ernährungsqualität von Kindern weiter verbessert.

Quelle

  • Dabravolskaj J, Grubic N, Veugelers PJ, Maximova K. Dietary intake and diet quality of Canadian elementary schoolchildren accessing school food programmes: a cross-sectional study. British Journal of Nutrition. Published online 2026:1-8. doi:10.1017/S0007114526106394

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