Zwei Kinder ernten im Gemüsegarten Möhren und Radieschen.
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Welche Mahlzeiten eine gesunde Ernährung besonders unterstützen können

Mittagsmahlzeiten in der Gemeinschaftsverpflegung können einen wichtigen Beitrag zu einer gesunden und klimafreundlichen Ernährung leisten, so ein Fazit einer Auswertung des Robert Koch-Instituts zu Ernährungsgewohnheiten bei Kindern. Die Fachleute haben dabei besonders den Fleisch- und Wurstverzehr unter die Lupe genommen, der bereits im Kindesalter vielfach zu hoch ist. Sie empfehlen mehr pflanzenbasierte Angebote in Kitas und Schulen.

Fleisch und Wurstwaren sind ein guter Lieferant für essentielle Nährstoffe, sie enthalten jedoch auch ungünstige Inhaltsstoffe wie hohe Anteile gesättigter Fettsäuren. Kritisch sind insbesondere hochverarbeitete Fleischprodukte oder Wurstwaren, die häufig durch einen hohen Salz- oder Fettgehalt auffallen. Wissenschaftlich empfohlen ist daher ein mäßiger Konsum. 

Fleischverzehr bei Kindern zu hoch

Bereits im Kindesalter ist der Verzehr von Fleisch und Wurstwaren zu hoch, die meisten Kinder und Jugendlichen überschreiten die Empfehlungen. Das zeigt unter anderem eine Auswertung des Robert Koch-Institutes, dessen Fachleute den Verzehr für 6- bis 11-jährige Kinder detailliert analysiert haben, auch in Bezug auf einzelne Mahlzeiten. Grundlage der Analyse waren 4-Tages-Verzehrprotokolle von etwa 1.200 Teilnehmenden dieser Altersgruppe aus der Studie EsKiMo II (Ernährungsstudie als KiGGS Modul, 2. Erhebung), die 2015-2017 deutschlandweit durchgeführt wurde.

Mehr pflanzenbetonte Angebote empfohlen

Im Mittel essen Kinder pro Tag 71 g Fleisch und Wurstwaren, zwei Drittel davon zum Mittag- und Abendessen. Fast die Hälfte der Kinder isst zweimal täglich Fleisch und Wurstwaren, weitere 40 % essen es einmal täglich. Fleisch und Wurstwaren sind somit für nahezu alle Kinder in diesem Alter Bestandteil ihrer täglichen Essgewohnheiten mit einem insgesamt hohen Verzehr sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen. Die Fachleute empfehlen sowohl geringere Mengen als auch einen selteneren Verzehr und verweisen auf pflanzenbetonte Angebote zum Mittagessen in Kitas und Schulen, die damit einen wichtigen Beitrag zu einer gesunden und klimafreundlichen Ernährung leisten.

Was bieten Kitas und Schulen an?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt in ihren Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kitas bzw. Schulen für das Mittagessen maximal ein Fleisch- und ein Fischgericht pro fünf Verpflegungstage: Für die wöchentliche Fleischmahlzeit entspricht das für Kita-Kinder 35 g und für Schulkinder 70-90 g.

Pflanzliche Proteine für mehr Gesundheit und Klimaschutz – Branche der Caterer denkt Proteinwende noch nicht mit

Eine gesundheitsförderliche und klimafreundliche Alternative sind Mahlzeiten auf Basis pflanzlicher Proteine, z. B. aus Hülsenfrüchten, die mittlerweile schon aus regionalem Anbau zur Verfügung stehen. Inwieweit sich die Branche der Caterer auf solche Angebote eingestellt hat, hat jetzt eine Analyse der Albert-Schweitzer-Stiftung gezeigt, die für ihren „Plant Potential Catering Report 2026“ die 15 umsatzstärksten Contract-Caterer untersucht hat, zu denen auch Kita- und Schulcaterer gehören. Laut Report wollen die meisten Caterer ihr pflanzliches Angebot ausbauen und tierische Produkte reduzieren, bleiben dabei allerdings meist ohne messbare Zielmarken. 

„Trotz des deutlichen Verbesserungspotenzials signalisiert die Branche, dass sie sich in Richtung einer nachhaltigeren Ernährung bewegen will. Wettbewerb, Klimaziele und Kosteneffizienz erhöhen den Druck, verbindliche Protein-Ziele zu verankern.“
Esther Erhorn, Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt

Gesunde und ausgewogene Kita- und Schulverpflegung etablieren

Um eine gesunde und ausgewogene Kita- und Schulverpflegung zu etablieren, die von allen Kindern und Jugendlichen gern gegessen wird, braucht es das Zusammenspiel aller beteiligten Akteure, entsprechende Rahmenbedingungen sowie die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen selbst. Vor allem bedarf es der Einbettung der Kita- und Schulmahlzeiten in pädagogische Konzepte und einer gemeinsamen Qualitätsentwicklung durch alle Verantwortlichen bei Trägern und in Einrichtungen. 

Weiterführende Informationen

Quellen

  • Almut Richter, Ramona Moosburger, Anja Schienkiewitz, Julika Loss, Nadine Flerlage, Gert B.M. Mensink: Klimarelevante Ernährungsgewohnheiten: Zu welchen Mahlzeiten und wie häufig essen 6- bis 11-Jährige Fleisch und Wurstwaren? Gesundheitswesen 2023; 85(11): 996-1003 DOI: 10.1055/a-2035-9162
  • Robert-Koch-Institut (2020): Projektbericht zur Ernährungsstudie EsKiMo II als KiGGS-Modul
  • Pressemitteilung der Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt vom 17. Juni 2026: Catering Report 2026: Proteinwende ohne Kennzahlen