Ein Junge sitzt demotiviert an einen Schulzaun gelehnt.
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Jedes 6. Kind weltweit von Bildung und Teilhabe ausgeschlossen

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen ohne Zugang zu Bildung ist im siebten Jahr in Folge gestiegen und liegt bei 273 Millionen. Jedes 6. Kind ist weltweit von Bildung ausgeschlossen. Das ist das zentrale Ergebnis des aktuellen UNESCO-Weltbildungsberichts zu Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Der Bericht zeigt auch: Tägliches Schulessen erhöht Einschulungsraten und fördert damit Chancengleichheit.

Der UNESCO-Weltbildungsbericht evaluiert die weltweiten Fortschritte bei der Umsetzung der „Agenda Bildung 2030“, die als Bestandteil der Globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) im September 2015 von allen Staaten bei den Vereinten Nationen als verbindliche Selbstverpflichtung verabschiedet wurde. Der Bericht erscheint alle ein bis zwei Jahre mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen.

Schwerpunkt 2026: Teilhabe und Chancengerechtigkeit

Weltweit schließen nur zwei von drei Jugendlichen die Sekundarschule ab. Als Hauptgründe nennt der Bericht Bevölkerungswachstum, Krisen und sinkende Bildungsetats. Besonders dramatisch ist die Situation in Regionen, die von Konflikten betroffen sind. Dort lebt sogar mehr als jedes sechste Kind unter Bedingungen, die den regelmäßigen Schulbesuch stark erschweren oder unmöglich machen. 

Weckruf auch für Deutschland

Als einen Weckruf bezeichnet Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, den Weltbildungsbericht, der auch Deutschland verpflichten müsse. Weiterhin erreicht hierzulande ein erheblicher Teil der Jugendlichen keinen Abschluss der Sekundarstufe II, so Böhmer. Seit 2020 steigt dieser Anteil kontinuierlich an und liegt derzeit bei 7,8 % der Jugendlichen. Unter den fünf bevölkerungsreichsten EU-Mitgliedstaaten hat Deutschland den niedrigsten Anteil an Jugendlichen mit mindestens einem Sekundarschulabschluss. Welche weiterführende Schule Kinder in Deutschland besuchen, hängt stark vom sozioökonomischen Status ihrer Eltern ab. Ein niedriger sozioökonomischer Status führt nachweislich zu schlechteren Gesundheits-, Teilhabe- und Bildungschancen.

„Bildungsgerechtigkeit entsteht nicht von selbst – sie ist eine politische Aufgabe.“
Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission

Schulverpflegungsprogramme sind Schlüssel

Um mehr Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, nennt der UNESCO-Bericht das Angebot von Schulmahlzeiten als Schlüssel-Maßnahme. Vor allem kostenlose Schulverpflegungsprogramme gehörten zu den politisch tragfähigsten Mitteln zur Förderung von Chancengleichheit, so die Fachleute. Tägliches Schulessen bildet dabei die Schnittstelle zwischen Bildung, gesunder Ernährung und sozialer Sicherheit und führt dazu, dass mehr Kinder die Schule besuchen bzw. weniger Kinder zu früh den Schulbesuch abbrechen. 

Quellen

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