Kleinkind greift mit der Hand Obststückchen aus einer Schale.
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Gesunde Ernährung stärkt Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Mehr als jeder dritte herz-kreislauf-bedingte Todesfall ist in der WHO-Region Europa auf eine unausgewogene Ernährung zurückzuführen. Besonders eine Ernährung mit zu wenig Vollkorn und Hülsenfrüchten sowie zu viel Salz erhöht die Krankheitslast. Die Ergebnisse einer Studie unterstreichen die Bedeutung gesunder Ernährung und frühzeitiger Prävention, die am besten schon im Kindesalter beginnt.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten nichtübertragbaren Krankheiten. Eine gesundheitsfördernde Ernährung ist für die Prävention relevant. Forschende der Universität Jena wollten wissen, inwieweit verschiedene Ernährungsfaktoren auf diese Gruppe von Erkrankungen Einfluss nehmen. Sie werteten dafür Daten der Global Burden of Diseases Study (GBD) für die WHO-Region Europa von 1990 bis 2019 aus und ordneten Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt 13 ernährungsbedingten Risikofaktoren zu.

  • In der WHO-Region Europa ist etwa jeder sechste Todesfall insgesamt mit ernährungsbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Werden ausschließlich Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen betrachtet, spielt die Ernährung eine noch größere Rolle: Mehr als ein Drittel dieser Todesfälle wird einer ungünstigen Ernährung zugeschrieben. 
  • Am stärksten trugen eine Ernährung mit zu wenig Vollkorn, zu wenig Hülsenfrüchten und zu viel Natrium zu den ernährungsbedingten Herz-Kreislauf-Todesfällen bei. Auch andere Ernährungsfaktoren wie z. B. eine Ernährung reich an rotem Fleisch oder hochverarbeiteten Lebensmitteln, eine ballaststoff- oder gemüsearme Ernährung führen zu ernährungsbedingten Herz-Kreislauf-Todesfällen. Der geringste Anteil wurde bei einer Ernährung mit hohem Anteil an zuckerhaltigen Getränken festgestellt.

Ernährung hat enormen Einfluss

Damit ist die Ernährung einer der wichtigsten Faktoren für Prävention und Gesundheitsförderung, so die Wissenschaftler*innen. Die Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten sei – neben der Verringerung anderer Verhaltensrisiken – eine der wirksamsten Möglichkeiten, vorzeitige Todesfälle zu verhindern. Unter den in der GBD-Studie berücksichtigten Verhaltensrisikofaktoren wie eine geringe körperliche Aktivität, Tabakkonsum sowie Alkohol- und Drogenkonsum habe die Ernährung den größten Einfluss gezeigt. Die Wissenschaftler*innen empfehlen, den Salz-, Zucker- und Fettgehalt von Lebensmitteln zu senken und weniger (hoch)verarbeitete Lebensmittel zu verzehren. Größere positive Auswirkungen verbinden sie mit einem erhöhtenKonsum gesundheitsförderlicher Lebensmittel.

Mit ausgewogenem Kita- und Schulessen beitragen

Es ist wichtig, mit entsprechenden präventiven Maßnahmen bereits im Kindesalter anzusetzen, weil sich Ernährungsgewohnheiten früh entwickeln und häufig bis ins Erwachsenenalter halten. Eine gesundheitsförderliche Kita- und Schulverpflegung spielt hier eine maßgebliche Rolle: Sie ermöglicht Kindern regelmäßig den Zugang zu ausgewogenen Mahlzeiten und macht den Verzehr gesundheitsförderlicher Lebensmittel selbstverständlich. 

Quelle

  • Theresa Pörschmann, Toni Meier, Stefan Lorkowski, Cardiovascular mortality attributable to dietary risk factors in 54 countries in the WHO European Region from 1990 to 2019: an updated systematic analysis of the Global Burden of Disease Study, European Journal of Preventive Cardiology, Volume 32, Issue 16, November 2025, Pages 1553–1563, https://doi.org/10.1093/eurjpc/zwae136

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