Bild zeigt Sehenswürdigkeit in Kassel.
Quelle: Kassel Marketing GmbH
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Beitrag zur Prävention: Gemeinschaftsverpflegung Thema auf DGE-Kongress

Wie tragen Ernährung und Mikrobiom zur Entstehung chronischer Krankheiten bei? Das war zentrale Fragestellung des 63. Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Über den Tellerrand geschaut, präsentierte der Kongress außerdem wieder aktuelle Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis, in der auch die Gemeinschaftsverpflegung fest verortet ist. Das Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung war aktiv beteiligt.

Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat in Kooperation mit der Technischen Universität München vom 04.-06. März 2026 in Kassel mit fast 800 Teilnehmenden stattgefunden. 

Füttern wir unser Mikrobiom oder füttert es uns?

Das Kongressprogramm bot über 200 Vorträge und Poster zu aktuellen Forschungsergebnissen, Symposien der DGE-Fachgruppen und Arbeitsgruppen sowie aus den Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften und angrenzenden Disziplinen. Plenarvorträge und Diskussionsrunden zeigten unter anderem, wie eng Mikrobiom und Ernährung miteinander verknüpft sind, welche Rolle diese Wechselwirkungen bei chronischen Erkrankungen spielen und welches Potenzial sie für Diagnostik und Therapie in der Zukunft haben. Die Themenvielfalt umfasste außerdem aktuelle Forschung und Erkenntnisse, wie etwa KI in Public Health Nutrition und Gemeinschaftsverpflegung oder die evidenzbasierte Betrachtung von pflanzlichen Alternativprodukten. 

Was kann KI?

Die DGE-Fachgruppen Gemeinschaftsverpflegung, in der das Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung aktiv ist, sowie die Fachgruppe Public Health Nutrition, haben gemeinsam die Potenziale, Grenzen und Anwendungen von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Fokus eines Symposiums gerückt. Zwei Impulsvorträge leiteten in die Thematik ein: 

 

  • Daniel Kirk, Wageningen University & Research (Niederlande) zum Thema „KI in der Ernährungsforschung“: Der Wissenschaftler zeigte auf, welchen Nutzen KI in der Analyse großer Datenmengen z. B. in der Ernährungsverhaltensforschung hat und welche Risiken und Potenziale Chatbots in der qualifizierten Ernährungsberatung haben. 
  • Dr. Nicole Höher von der juS.TECH GmbH aus dem Landkreis Lüneburg lenkte den Blick insbesondere auf die nachhaltige Nutzung von KI. Deren Nutzung sei auch eine Frage von Energie- und Flächenverbrauch, eine Nutzung müsse deshalb effizient und verantwortlich sein. 

An Thementischen und Postern diskutierten die Teilnehmenden über die praktische Anwendung von KI in der Gemeinschaftsverpflegung, z. B. in der Bedarfsprognose von Mahlzeiten und Lebensmittelmengen, zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen oder für die Speise-, Rezept und Lebensmitteleinsatzplanung. Nach Auffassung von Dr. Kerstin Clausen, Referentin im Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung, steckt die Anwendung von KI in der Gemeinschaftsverpflegung noch in den Anfängen, wenngleich eine intelligente Nutzung schon jetzt viel Potenzial zeigt. Die Digitalisierung von Prozessen und die automatisierte Datennutzung muss aber mit Daten- und Ressourcenschutz einhergehen, resümiert die Expertin.

„KI kann entlasten, aber Wissenschaft und Fachkräfte nicht ersetzen. Ihr Einsatz muss klug gestaltet und ihr Nutzen auch mit Blick auf Daten- und Ressourcenschutz bewertet werden.“
Dr. Kerstin Clausen

Public Health Nutrition: Gemeinschaftsverpflegung ist zentraler Baustein für Prävention

Unter anderem zeigte der Kongress die zentrale Bedeutung der Verpflegung von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in Gemeinschaftseinrichtungen für Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention. Gemeinschaftsverpflegung ist wesentlicher Bestandteil von Public Health. Verschiedene wissenschaftliche Beiträge thematisierten in dieser Hinsicht auch die Wirksamkeit von gesetzlichen Maßnahmen, wie etwa eine gesundheitsförderliche Besteuerung von Lebensmitteln oder Nährwertkennzeichnung. 

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