Schulgesundheitsfachkräfte für mehr Gesundheitsförderung an Schulen
Der BKK Dachverband wirbt mit einem Memorandum dafür, Schulgesundheitsfachkräfte bundesweit und dauerhaft zu etablieren. Die Gesundheit von vielen Kindern und Jugendlichen ist in einem alarmierend schlechten Zustand, erklären die Fachleute. Deshalb brauche es eine deutliche Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung in Schulen.
Mit seiner Forderung nach mehr Gesundheitsförderung nimmt der BKK Dachverband Schulen in den Blick, weil dort alle Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft erreicht werden. Unterstützung findet der Vorstoß unter anderem im Bundeselternrat und in der Bundesschüler*innenkonferenz, auch der Verband der Privaten Krankenversicherung hat sich dem Memorandum angeschlossen.
Bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland zeigen sich hohe Prävalenzen sowohl bei psychischen Auffälligkeiten, Angststörungen als auch bei chronischen Erkrankungen und Übergewicht. Nur noch jedes 4. Kind und jeder 7. Jugendliche bewegt sich gemäß der WHO-Empfehlung ausreichend über eine Stunde pro Tag. Frühe gesundheitliche Prägungen setzen sich häufig im Erwachsenenalter fort.
Mehr Prävention und Gesundheitsförderung an Schulen
Ohne Prävention und Gesundheitsförderung werden sich diese Trends weiter verschärfen, warnen die Fachleute, und fordern einen gemeinsamen Schulgesundheitspakt von Bund und Ländern. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, bis zu 10.000 Schulgesundheitsfachkräfte zu etablieren. Rund 6,5 Millionen Kinder und Jugendliche könnten so erreicht werden, das entspricht etwa 70 % der Schüler*innen an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland.
Mögliche Aufgaben: präventiv, medizinisch-pflegerisch, beratend
- Als Vertrauenspersonen informieren sie altersgerecht, um das Risikoverhalten in Bezug auf Ernährung, Bewegung und Medien positiv zu beeinflussen.
- Als Präventionslotsen tragen sie dazu bei, individuelle Gesundheitskompetenzen von Schüler*innen zu fördern, ihre gesundheitlichen Probleme früher zu erkennen und präventive Maßnahmen einzuleiten.
- Sie sind erste Anlaufstelle für die Einschätzung der gesundheitlichen Situation von Schüler*innen und können diese fachgerecht versorgen und gegebenenfalls zielgenau weitervermitteln.
- Sie sind Begleitpersonen von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen, stärken deren Selbstfürsorge und ermöglichen Inklusion.
Schulessen mitdenken
In den Bemühungen für mehr Gesundheitsförderung darf die Qualität und Akzeptanz des Schulessens nicht unter den Tisch fallen. Schulgesundheitsfachkräfte kennen die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im Schulalltag, sie wissen um ernährungswissenschaftliche Empfehlungen und könnten bei der Entwicklung und Umsetzung von schulindividuellen Verpflegungskonzepten mitwirken. Regelmäßige und ausgewogene Mahlzeiten in einer gesundheitsförderlichen Lernumgebung tragen dazu bei, dass Kinder und Jugendliche ein positives Essverhalten entwickeln. Schulverpflegung ist deshalb ein wichtiger Baustein der Gesundheitsförderung.
Wer gesund ist, lernt besser
Der BKK Dachverband plädiert darüber hinaus dafür, Gesundheit als festen Bestandteil im Bildungssystem zu verankern, um die gesundheitliche Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu stärken. Zu den Maßnahmen zählen unter anderem einheitliche Schuleingangsuntersuchungen und eine gezielte Förderung der Gesundheitskompetenz.
Quellen
- Pressemitteilung BKK Dachverband vom 01.06.2026: Memorandum Schulgesundheitsfachkräfte bundesweit etablieren
- Pressemitteilung BKK Dachverband vom 17.09.2026: Wer gut gebildet ist, lebt gesünder. Wer gesund ist, lernt besser.