Kindertagesbetreuung: Bedeutung gesunder Verpflegung wird zunehmend erkannt
In seinem fünften Monitoringbericht beschreibt das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Stand und Entwicklung bei der Qualität und Teilhabe in der Kindertagesbetreuung. Gegenstand sind die Berichtsjahre 2023 und 2024. Das länderübergreifende Monitoring zeige unter anderem eine wachsende Bedeutung einer gesunden Verpflegung.
Der Bund unterstützt die Länder bei der Weiterentwicklung der Qualität und bei der Verbesserung der Teilhabe in der Kindertagesbetreuung durch das KiTa-Qualitäts-und -Teilhabeverbesserungs-gesetz (KiQuTG). Der Bericht betrachtet den bundesweiten Stand des KiQuTG mit Augenmerk auf Handlungsfelder sowie auf Maßnahmen zur Entlastung der Eltern. Dabei greifen die Autor*innen sowohl auf amtliche Daten als auch auf Ergebnisse aus Befragungen von Eltern, pädagogischen Fach- und Leitungskräften, Kindertagespflegepersonen, Trägern und Jugendämtern zurück. Der Bericht enthält außerdem Fortschrittsberichte der Länder.
Das KiQuTG wurde 2019 mit dem Gute-KiTa-Gesetz eingeführt und mit dem KiTa-Qualitätsgesetz in den Jahren 2023 und 2025 weiterentwickelt. Ziel ist es, die Qualität der frühkindlichen Bildung und Betreuung bundesweit weiterzuentwickeln. Damit soll ein Beitrag zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse für das Aufwachsen von Kindern und zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf geleistet werden.
Ausgewählte Ergebnisse: Gesunde Ernährung und Ernährungsbildung
Mit dem Handlungsfeld 6 „Förderung der kindlichen Entwicklung, Gesundheit, Ernährung und Bewegung“ nimmt das KiQuTG die Gesundheit von Kindern umfassend in den Blick. Die Fachleute heben hervor, dass hohe Betreuungsquoten dafür sorgen, dass gesundheitsfördernde Maßnahmen besonders viele Kinder erreichen. So profitieren in Deutschland 37 % der Kinder unter drei Jahren und 91 % der Kinder über drei Jahren von gesundheitsfördernden Angeboten in der Kindertagesbetreuung.
- Nach Angaben von pädagogischen Fachkräften wurden die Themen Bewegung (81 %), Hygiene (66 %) und Ernährung (55 %) am häufigsten, also mindestens einmal pro Woche, mit den Kindern behandelt. 37 % der Einrichtungen thematisierten das Thema Ernährung sogar täglich und damit signifikant häufiger als 2022 (33 %).
- Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes boten im Jahr 2024 insgesamt 89 % aller Kindertageseinrichtungen in Deutschland eine Mittagsverpflegung an. In den ostdeutschen Ländern verfügten fast alle Einrichtungen über ein solches Angebot (99,5 %), während die Werte in westdeutschen Ländern zwischen 64 % und 99,1 % variierten.
Insgesamt lagen die Teilnahmequoten der Kinder auf einem hohen Niveau. Bei Kindern unter drei Jahren nahmen 85,6 % an der Mittagsverpflegung teil, bei Kindern zwischen drei
Jahren und Schuleintritt waren es 77,2 %. Besonders hoch (etwa 99 %) ist die Teilnahmequote in den ostdeutschen Ländern und in den drei Stadtstaaten. In den westdeutschen Ländern zeigten sich dagegen teils deutlich geringere Quoten.
- Bundesweit orientierten sich mehr als die Hälfte der Einrichtungen (54 %), die eine Mittagsverpflegung anboten, an festgelegten Qualitätsstandards. Zwischen den Ländern zeigten sich diesbezüglich deutliche Unterschiede, was die Autor*innen unter anderem auf landesrechtliche Regelungen zurückführen. So lag der Anteil der Einrichtungen im Saarland am höchsten, wo der Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gesetzlich vorgeschrieben ist.
Gesunde Ernährung in Einrichtungen auf dem Vormarsch
Das hohe Angebot von Mittagessen sowie hohe Teilnahmequoten der Kinder werten die Fachleute als Indikatoren für eine hochwertige, gesunde und ausgewogene Ernährung. Seit dem Ausgangsjahr 2019 ist ein langsamer, aber kontinuierlicher Anstieg dieser Anteilswerte zu verzeichnen, so die Autor*innen. Insgesamt zeige sich, dass die Bedeutung gesunder Verpflegung zunehmend erkannt und in den Einrichtungen berücksichtigt werde.
Quelle
- Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Monitoringbericht zum KiQuTG 2025