Kleines Mädchen füttert im Winter Schafe auf einem Bauernhof.
Quelle: AdobeStock © KseniaJoyg
News

Die Zukunft von Landnutzung und Ernährung in Deutschland

Mit einer neuen Studie zeigt Agora Agrar neue Wege zu einer wettbewerbsfähigen, nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft auf. Ein zentraler Hebel ist eine nachhaltige und gesunde Ernährung, mit Kita- und Schulessen als wichtigem Beitrag. Dafür schlagen die Fachleute ein Bundesprogramm Kita- und Schulverpflegung vor.

In der Studie stellt Agora Agrar ein Zukunftsszenario basierend auf aktueller Forschung vor. Mit ihren Berechnungen zeigen die Fachleute, dass Land- und Forstwirtschaft als Teile des Ernährungssystems einen größeren Beitrag als bisher zur Klimaneutralität und zur biologischen Vielfalt leisten könnten, während die Versorgung mit gesunden Lebensmitteln weiterhin gesichert ist. Mit einer neu ausgerichteten nachhaltigen Landnutzung könnten etwa Treibhausgasemissionen um 60 % reduziert und Abhängigkeiten von Agrarimporten verringert werden. Damit das gelingt, muss unter anderem nachhaltiger Konsum gestärkt werden, so die Autor*innen. 

Nachhaltigen Konsum stärken

Einen großen Hebel für eine nachhaltigere Nachfrage sieht Agora Agrar in der Ernährungspolitik. Die Wissenschaftler*innen betonen insbesondere die Notwendigkeit einer stärker pflanzenbasierten Ernährung und der Verringerung von Lebensmittelabfällen. Besonders wichtig ist die Schaffung fairer Ernährungsumgebungen: Hier kommt es den Autor*innen auf eine bessere Verfügbarkeit, Erschwinglichkeit und Attraktivität gesunder und nachhaltiger Lebensmittel an, etwa durch eine Reform der Mehrwertsteuer, die Einführung einer Zuckersteuer, die Regulierung von an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung und Maßnahmen zur Verringerung von Ernährungsarmut.

Bundesprogramm Kita- und Schulverpflegung

Zu den Maßnahmen mit hohem Wirkungspotential nennt die Studie ein Bundesprogramm für eine gesundheitsfördernde, nachhaltige und sozial gerechte Kita- und Schul­verpflegung. Die verpflichtende Anwendung der DGE-Qualitätsstandards, die Erhöhung des Anteils besonders nachhaltig produzierter Lebensmittel und die Verbesserung der organisatorischen und strukturellen Rahmenbedingungen in Kitas und Schulen beschreiben die Fachleute als zentrale Ziele eines solchen Programms, das ressortübergreifend ausgestaltet werden sollte. Sie fordern dafür investive Maßnahmen und eine wissenschaftliche Evaluierung. Eine weitere Maßnahme könnte die Einrichtung kommunaler „Servicestellen Ernährung“ sein, die regionale Wertschöpfungsketten ausbauen und Kommunen bei der Verankerung ernährungspolitischer Strategien strukturell stärken. 

Wege zu nachhaltiger Ernährungs-, Land- und Forstwirtschaft

Die Autor*innen sehen es als zentrale politische Gestaltungsaufgabe, die Rahmenbedingungen für eine produktive und wettbewerbsfähige sowie für eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft zu schaffen. Mit der Studie zeigen sie dafür Wege und Maßnahmen auf, die Klima, Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen stärken. 

Hintergrund

Agora Agrar erarbeitet wissenschaftlich fundierte Konzepte für eine nachhaltige und zukunftsfähige Ernährung, Land- und Forstwirtschaft. Als Teil der Agora Think Tanks arbeitet die Organisation unabhängig und will dazu beitragen, dass demokratisch ausgehandelte Nachhaltigkeitsziele erreicht werden. Das in der Studie vorgelegte Zukunftsszenario für die Landnutzungssektoren in Deutschland beruht auf der in 2024 von Agora Agrar veröffentlichten Studie „Agriculture, forestry and food in a climate neutral EU – the land use sectors as part of a sustainable food system and the bioeconomy“.

Quellen

  • Agora Agrar Pressemitteilung vom 13.01.2026: Strategische Autonomie: Wie Deutschland langfristige Ernährungssicherheit und eine starke Bioökonomie fördern kann 
  • Agora Agrar (2026): Die Zukunft von Landnutzung und Ernährung in Deutschland. Wie Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit in Land und Forstwirtschaft vereinbar sind. Zusammenfassung und Langfassung

Lesenswertes zur News