Bundeskongress: Gute Kita- und Schulverpflegung macht gesundes Aufwachsen gerechter
Was Kinder in Kita und Schule essen, ist mehr als eine Frage des Speiseplans: Es geht um Gesundheit, Teilhabe und Chancengerechtigkeit. Beim Bundeskongress Kita- und Schulverpflegung standen deshalb kommunale Strategien und die gemeinsame Verantwortung von Politik, Wissenschaft und Praxis im Mittelpunkt.
Unter dem Motto „Gemeinsam gut essen “ diskutierten fast 400 Fachleute und Verantwortliche aus Bund, Ländern und Kommunen über Wege zu einer zukunftsfähigen Verpflegung.
Das waren die Highlights:
Gute Verpflegung darf keine Frage der sozialen Herkunft sein
Prof. Dr. Alena Buyx machte in ihrer Keynote deutlich: Ernährung ist eine gesellschaftliche und politische Aufgabe. Ungleichheiten lassen sich nicht allein individuell lösen. Entscheidend ist eine strukturelle Perspektive, die das Recht von Kindern auf gesundes Aufwachsen in den Mittelpunkt stellt und Kita- und Schulessen als zentralen Hebel für Prävention und Gesundheitsförderung nutzt:
„Ernährung im Kindesalter prägt lebenslang – gute Kita- und Schulverpflegung macht gesundes Aufwachsen gerechter.“
Qualität heißt mehr als ein voller Teller
Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Prof. Dr. Britta Renner, stellte die soziale Dimension des Essens in Gemeinschaft heraus. Kommunen, die in Kita- und Schulverpflegung investieren, stärken gleichermaßen die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und den sozialen Zusammenhalt.
„Ein gutes Mittagessen braucht mehr als einen vollen Teller: Es braucht Qualität, Zeit und Gemeinschaft.“
Kommunen zeigen: Ein Ziel, viele Wege
Wie eine partizipative, sozial gerechte und resiliente Kita- und Schulverpflegung aussehen kann, zeigten die vielen Praxisbespiele. Deutlich wurde: Jede Kommune, jede Schule hat individuelle Rahmenbedingungen und Bedarfe; es gibt nicht die eine Blaupause. Aber es gibt Wege, die zu den jeweiligen Anforderungen vor Ort passen: Egal ob mit Free-Flow als Ausgabesystem, multifunktionalen Mensakonzepten, Satellitenküchen oder Frischküchen in kommunalen Eigenbetrieben. Das gemeinsame Ziel sind Verpflegungsangebote, die schmecken und allen Kindern offenstehen.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Im Talk mit Bundesernährungsminister Alois Rainer und der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) Mareike Wulf wurde klar: Zukunftsfähige Kita- und Schulverpflegung braucht Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen genauso wie zwischen unterschiedlichen Fachressorts.
„Gemeinsames Essen verbindet, das gilt auch für Kita und Schule. (...) Deshalb ist die Kita- und Schulverpflegung Teil guter Bildung. Dafür braucht es alle Ebenen: Bund, Länder und Kommunen gemeinsam mit vielen weiteren Akteuren vor Ort.“
„Wir unterstützen Länder und Kommunen (...) so können in Zukunft noch mehr Kinder und Jugendliche in den Genuss eines gesunden, ausgewogenen und möglichst regional verankerten Verpflegungsangebots in der Gemeinschaftsverpflegung kommen.“
Partizipativ, sozial gerecht und resilient
Eine ausgewogene Verpflegung in Kita und Schule muss partizipativ, sozial gerecht und resilient sein, damit sie zukunftsfähig ist. Sie entsteht dort, wo Verantwortung erkannt und Lösungen gemeinsam entwickelt und strukturell verankert werden: für gutes Essen, mehr Teilhabe und ein gesundes Aufwachsen aller Kinder.
Mehr Infos finden Sie in unserer Rückschau.
Wir danken allen Akteur*innen und Teilnehmenden für den motivierenden Austausch!